wörtlich: beim Onkel Doktor

Es gibt Worte, die kennt nur der Japaner. Heute: ein Besuch beim Arzt.

Wer in Japan zum Arzt muss, der wird feststellen, dass er hier mit Deutsch erstaunlich weit kommt. Denn nach der Öffnung des bis dahin abgeschotteten Landes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat die japanische Regierung zahlreiche Ärzte zur Ausbildung nach Preußen geschickt. Gleichzeitig kamen deutsche Mediziner nach Japan, um hier zu unterrichten. Einige deutsche Ausdrücke haben daher den Weg in die japanische Sprache gefunden, wurden aber japanisiert und damit vor allem Vokal-lastiger. Denn mit Ausnahme des n kann im Japanischen kein Konsonant alleine stehen. Es gibt hier also zum Beispiel kein s, sondern wahlweise ein sa, se, si, so, su. Na dann, der Nächste, bitte!

Beim Arzt wird erstmal eine Patientenkarte (karute) angelegt, auf der die Daten des Kranken (kuranke) vermerkt werden. Der Arzt prüft den Puls (purusu) und schickt den Patienten vielleicht auch zum Röntgen (rentogen). Die Diagnose kann sowas sein wie: Allergie (arerugī), ein Virus (uirusu) oder vielleicht stimmt auch was nicht mit den Hormonen (horumon). Zu viel Aspirin (asupirin) kann auf den Magen (māgen) schlagen. Nach einem Unfall braucht man unter Umständen einen Gips (gipusu) oder schlimmer, eine Operation (ope). Im allerschlimmsten Fall bedarf es sogar einer Prothese (purotēze).

Na dann, gute Besserung! Die ist übriges sehr undeutsch: odaijini!

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