Ein frohes neues Jahr des Schweins!

Das neue Jahr hat hier ganz ohne Feuerwerk begonnen. Sowas macht man nur im Sommer, wurde mir beschieden. Im Winter ist es doch zu kalt dafür! Tatsächlich gibt es hier im Sommer mit schöner Regelmäßigkeit große, öffentliche Feuerwerke. Daheim Raketen zu zünden, davon hält der Japaner nichts.

Typische Silvesterdekoration vor dem Haus

Stattdessen geht man an Silvester um Mitternacht in einen buddhistischen Tempel, wo die Glocke 108 Mal geschlagen wird. Im Buddhismus glaubt man daran, dass es 108 weltliche Begierden gibt, von denen der Mensch mit diesen Glockenschlägen gereinigt wird, so dass er frei von Sünde in das neue Jahr starten kann. Gereinigt wird übrigens auch das Haus vor dem Jahreswechsel, statt Frühjahrsputz gibt es hier Silvester- Reinemachen. Dann wir das Haus dekoriert und man feiert gemeinsam mit der Familie.

Bevor ich mich zum Tempel aufgemacht habe, habe ich noch beim Yasaka Schrein in Gion vorbei geschaut. Hier wurden am Abend die Holzäfelchen (ema) mit den Wünschen der Menschen für das nächste Jahr rituell verbrannt. An diesem Feuer, dem auch Kräuter zugefügt werden, haben die Menschen dünne Bambusseile entzündet und mit nach Hause genommen. Mit diesem glimmenden Seil wird im neuen Jahr ein Feuer daheim entzündet, das Unglück abwenden soll.

Weiter ging es zum Kiyomizu-dera Tempel. Der war für Besucher am Abend geschlossen, trotzdem hat sich eine große Menge vor allem junger Leute vor dem Tempel versammelt. Denn die 108 Trommelschläge sind auch vor dem Tempel zu hören. Begonnen wird damit schon eine Viertelstunde vor Mitternacht, und sie ziehen sich ins neue Jahr hinein. Um Mitternacht wurden die letzten zehn Sekunden runtergezählt, dann hat man sich ein gutes neues Jahr gewünscht (mit wenig Umarmungen und Küssen, der Japaner zeigt Zuneigung nicht gerne öffentlich) – und ist nach Hause gegangen. Das Ganze war sehr zahm, statt Alkohol haben die junge Leute heißen Tee getrunken.

Entzünden des Bambusseils im Yasaka Schrein

2019 ist übrigens das Jahr des Schweins. Genau genommen beginnt das Schweinejahr nach dem chinesischen Horoskop erst am 5. Februar, aber das scheint man hier nicht ganz so eng zu sehen. Das diesjährige Schwein soll übrigens ein Glücksschwein sein, und uns allen viel Gutes bringen.

Zusätzlich zu den 12 Tierkreiszeichen ist aber auch noch wichtig, welches der fünf Elemente Feuer, Erde, Holz, Wasser und Metall ein Jahr bestimmt. 2019 ist es die Erde, die für Ausdauer steht und die positiven Eigenschaften des Schweins wie Mut und Zuversicht verstärkt. Das Erd-Element ist außerdem gut, um Veränderungen anzugehen. Und falls die Geld kosten: das Schwein bringt Wohlstand mit sich.

In diesem Sinne: ein saumäßig gutes Jahr 2019!

2 Gedanken zu „Ein frohes neues Jahr des Schweins!

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